MCT-Öle im Kontext gesunder Ernährung

MCT-Öle im Kontext gesunder Ernährung

Wer sich heute über gesunde, ausgewogene Ernährung informiert beziehungsweise selbige auch praktizieren möchte, kommt um das große Thema „Öle und Fett“ nicht herum. In diesem Fall haben Sie bereits darüber gelesen, was es mit den MCT-Ölen auf sich hat, auch dass das relativ kostengünstige Kokosöl mit seiner gesunden Laurinsäure eine wirklich gute Alternative darstellt. Aber worin unterscheiden sich eigentlich all diese Öle?

Laurinsäure ist kein MCT

Gemäß der Angaben von einigen Kokosöl-Herstellern besteht ihr Produkt aus circa 62 Prozent MCTs (Medium Chain Triglycerides), also den so oft zitierten mittelkettigen Fettsäuren. Diese zeichnen sich durch Kettenlängen von sechs bis zwölf Kohlenstoffatomen aus. Kokosöl besteht zu mehr als 50 Prozent aus der 12-kettigen Laurinsäure, die als sehr gesund für den Darm gilt und auch antimikrobiell wirken kann.

Dennoch kann die Laurinsäure nicht wirklich zu den MCTs gerechnet werden. Das liegt daran, dass sie im Unterschied zu den kürzerkettigen Caprin- und Caprylsäuren in der Leber „verstoffwechselt“ wird, das heißt, der Umbau von Laurinsäure dauert deutlich länger mit der Einschränkung, dass diese Fettsäure gar nicht die gleiche ketogene Energie wie beispielsweise acht- oder zehnkettige Fettsäuren liefern kann. Daher ist Laurinsäure biologisch eher als LCT (Long Chain Triglyceride) einzuordnen.

Um es noch mal deutlich zu sagen: Laurinsäure zählt nicht mehr zu den mittelkettigen, sondern schon zu den langkettigen Fettsäuren, obwohl sie oftmals als MCT „gehandelt“ wird. Dahinter verbergen sich natürlich auch Gewinninteressen. Viele als MCT gehandelte Öle enthalten einen sehr hohen Anteil der günstigen und zugleich weniger effektiven Fettsäure, wobei dies aber nicht explizit auf der Packung ausgewiesen werden muss. Wer sich für ein teures MCT-Öl entscheidet, kauft möglicherweise im Wesentlichen Kokosöl.

Verteilung der Fettsäuren im Kokosöl

Kokosöl ist ein komplexes Naturprodukt, das gleich aus mehreren gesunden Fetten besteht, wobei aber nur drei davon vom Körper als echte mittelkettige Fettsäuren verarbeitet werden. Diese drei MCTs werden unmittelbar in Energie für die Muskeln und auch für das Gehirn umgewandelt, ohne eine längere Verweildauer und Umwandlung in der Leber durchmachen zu müssen. Um diese Fettsäuren handelt es sich:

  • Capronsäure (C6)
    Es ist gut, dass die Capronsäure nur in geringem Maße im Kokosöl enthalten ist, denn
    sie schmeckt etwas faulig und kann sogar zu Magen- und Darmbeschwerden führen. Auch Sodbrennen wird zuweilen durch einen zu großen Anteil von C6-MCT ausgelöst.
  • Caprylsäure (C8)
    Sie ist mit einem Anteil von etwa nur sechs Prozent der wertvollste Inhaltsstoff im Kokosöl. Dafür gibt es gleich zwei Gründe: Sie verfügt über eine enorme antimikrobielle Wirkung (sehr viel stärker als die Laurinsäure) und die Caprylsäure wird vom Körper in drei kurz hintereinander geschachtelten Prozessen ziemlich unmittelbar in Energie umgesetzt. Der Gründer von Bulletproof Dave Asprey weist darauf hin, dass dieses C8-MCT ungefähr 18 Mal effektiver wirkt als reines Kokosöl. Eine „Überdosierung“ ist hierbei kaum zu befürchten, weil alle überflüssigen Ketonkörper mit dem Urin ausgeschieden werden und daher keinen Beitrag zum Fettansetzen leisten können.
  • Caprinsäure (C10)
    Diese zehnkettige Fettsäure ist zu etwas neun Prozent im Kokosöl enthalten und ihr Stoffwechsel erfolgt folgerichtig etwas langsamer als bei der Caprylsäure. Dennoch muss auch hierbei die Leber nicht großartig aktiv werden. Als Beispiel sei hier auf das „Flowgrade XCT Öl“ verwiesen. Es enthält eine Kombination aus 70 Prozent Capryl- und 30 Prozent Caprinsäure, die in ihrer Gesamtheit als schnelle und sehr wertvolle Energiequelle zu bewerten ist, denn beide Fettsäuren können optimal in ATP umgewandelt werden.
  • Laurinsäure (C12)
    Wie oben erwähnt, ist die Laurinsäure mit circa 50 Prozent der größte Bestandteil im Kokosöl. Sie unterstützt die Darmtätigkeiten und beschäftigt eine Zeit lang unsere Leber. All jene MCT-Öle, die einen hohen Anteil Laurinsäure haben, sind günstig herzustellen, aber sie sind auch nicht besonders effektiv.
  • Längerkettige Fettsäuren (C14 und höher)
    Kokosöl enthält auch noch weitere längerkettige Fettsäuren. Ihre Anteile hängen von der Herkunft, der Erntezeit und vielen anderen Parametern, die eine Kokosnuss beschreiben, ab. Auch diese Fettsäuren sind durchaus gesund, aber es sind Energieträger, die sich gern auf der Waage bemerkbar machen.