Start Jeder Europäer verbraucht Im Jahr etwa 16 Tonnen Ressourcen

Jeder Europäer verbraucht Im Jahr etwa 16 Tonnen Ressourcen

VON NATUR TOTAL
Rund 16 Tonnen Ressourcen verbraucht ein Europäer durchschnittlich pro Jahr. Darunter alleine 500 Kilogramm Haushaltsabfälle. Nur ein Drittel der verbrauchten Ressourcen wird wiederverwertet, der übrige Teil landet in Mülldeponien, Verbrennungsanlagen und in der Umwelt. Beim Haushaltsmüll sind es 60 Prozent, die deponiert, verbrannt oder auf andere Arten zwischengelagert werden. Die Folge: die Ressourcen können nicht wiederverwendet werden und müssen an anderer Stelle zulasten der Umwelt neu erzeugt werden.
Problematisch ist vor allem das entsorgte Plastik, welches eine enorme Belastung für das Ökosystem der Meere darstellt.

Die Lösung könnte eine Kreislaufwirtschaft sein. Wie die EU-Kommission berechnet hat, könnten ein solches System die europäischen CO2-Emissionen um rund 450 Millionen Tonnen jährlich senken. Dies entspricht einer Senkung um zehn Prozent.

Eine echte Kreislaufwirtschaft ist für Europa noch weit entfernt und das EU-Kreislaufwirtschaftspaket, welches von der EU-Kommission im Jahr 2018 beschlossen wurde, ist nur ein kleiner erster Schritt. Zukünftig benötigen wir weitere gesetzliche Vorgaben zur Abfallvermeidung und Maßnahmen, um den steigenden Ressourcenverbrauch einzudämmen.

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Weiterhin ist eine zukunftssichere Strategie im Umgang mit Plastik vonnöten, um den Verbrauch von Einwegverpackungen in Europa zu reduzieren. Ein EU-weites Pfandsystem könnte einen wichtigen Schritt in eine Zukunft ohne Umweltvermüllung darstellen. Wichtig ist auch der Aufbau ambitionierter Mehrwegsysteme und die Förderung von hochwertigen Recycling-Vorhaben im Allgemeinen.

Der Ressourcenverbrauch muss sich auf die Mengen beschränken, die auch tatsächlich wieder erneuert werden können, ohne der Umwelt zu schaden. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist die Grundlage dafür.

Die Europäische Kommission unter Jean-Claude Juncker machte am 2. Dezember 2015 einen Vorschlag für ein Kreislaufwirtschafspaket. Bereits im Jahr davor hat die Vorgängerkommission unter José Manuel Barroso einen ambitionierten Vorschlag veröffentlicht, später aber wieder zurückgezogen. Mit dem nun verabschiedeten Kreislaufwirtschaftspaket kommen zahlreiche Änderungen der Bereiche Abfall, Verpackungen und Verpackungsabfall, Deponierung und Elektroschrott zum Tragen. Den ursprünglichen Entwurf aus dem Jahr 2014 erreicht der neue Entwurf in vielen Bereichen jedoch nicht. Ziele zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs fehlen ebenso wie konkrete Maßnahmen gegen das wachsende Abfallaufkommen. Gerade die Förderung umweltfreundlicher Mehrwegsysteme bleibt hinter den Erwartungen zurück, obwohl sie einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung leisten könnte.

Gemeinsam mit europäischen Partnern arbeiten wir an der Umsetzung eines Kreislaufwirtschaftspakets, das den aktuellen Anforderungen in den Bereichen Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft gerecht wird. Grundvoraussetzung müssen zum Beispiel bindende Ziele zur Abfallvermeidung, ein stärkerer Fokus auf Recycling und der Ausbau der Wiederverwendung sein. Auch müssen verpflichtende Öko-Standards und Mindestquoten für die Verwendung von Recyclingmaterialien geschaffen werden.