Globuli – was macht die kleinen Kügelchen so beliebt?

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Die sogenannten Globuli zählen zu den homöopathischen Artneimitteln. Viele Ärzte und Heilpraktiker verschreiben die weißen Kügelchen gerade deshalb, weil sie eine sehr sanfte Wirkweise mitbringen. Aus diesem Grund sind sie auch gleichermaßen bei den Patienten beliebt. Zudem basieren die Inhaltsstoffe auf natürlichen Zutaten. Die Globuli von DHU sind zudem sowohl lactose- als auch glutenfrei. Dies kommt vor allem Allergikern oder Patienten mit einer diagnostizierten Intoleranz zugute.

Was sind Globuli?

Doch was genau verbirgt sich hinter den medizinischen Kügelchen? Abgeleitet wird der Begriff Globuli zunächst einmal von dem lateinischen Wort „Globulus“. Dies bedeutet übersetzt einfach „Kügelchen“. Globuli haben eine weiße Färbung und sind sehr klein. Ihr Hautpbestandteil ist die Saccharose, also der Zucker. Je nach Wirkung wird die Saccharose dann mit einem sogenanten homöopathisch potenzierten Wirkstoff oder auch einem Wirkstoffkomplex ausgestattet. Es gibt eine große Anzahl an Wirkstoffen, die im Rahmen der Herstellung verwendet werden könenn. Der überwiegende Teil dieser Stoffe ist dabei pflanzlicher Natur. Darüber hinaus finden sich aber auch Wirkstoffe, die einen Mineralgehalt aufweisen oder tierischen Ursprungs sind.

Die Herstellung

Die Verarbeitung zu einem Globuli unterliegt dabei einer streng kontrollierten Verordnung, dem HAB oder Homöopathischen Arzneibuch. Bei der Herstellung des Arzneimittels greife die 10. Vorschrift des HAB. Diese sagt etwas über die Zusammensetzung bzw. das Mischungsverhältnis eines Globuli aus. Auf 100 Kügelchen dürfen demnach 1 Prozent Dilution kommen. Die flüssige Dilution enthält die gewünschte Potenz. Gleichzeitig muss diese Potenz einen Mindestalkoholgehalt von 60 % aufweisen. Darauf folgt die Imprägnation. Hierfür wird ein Dragierkessel verwendet, in welchen die Globuli samt der Potenz gegeben werden. Es setzt eine Rotation ein, so dass mittels eines genauen Auftragungsprozesses alle Kügelchen gleichermaßen mit dem Wirkstoff versehen werden. Insgesamt können die Globuli in verschiedenen Größen hergestellt werden. Üblich ist die Größe 3, bei welcher die gängigen C- und D-Potenzen aufgebracht werden. Dabei hat ein Globuli ein Eigengewicht von durchschnittlich 8 mg sowie einen Durchmesser von etwa 2 mm. Globuli sind dabei nur eine Art, eine Dilution einzubringen. Daneben existieren noch Darreichungsformen flüssiger Natur, Tablettenformen oder auch Präparate zur gezielten äußeren Anwendung wie Cremes, Salben oder Tinkturen.

Die Wirkung der Globuli

Die Homöopathie hat ihre eigenen Theorien, wie Menschen geheilt werden können und sich Krankheiten am besten bekämpfen lassen. Dabei stehen vor allem die Selbstheilungskräfte im Fokus. Die Homöopathie erkennt zudem an, dass jeder Patient ein Individuum mit persönlichen Bedürfnissen ist. Bei der Behandlung werden aus diesem Grund nicht nur das Krankheitsbild und dessen Symptome betrachtet, sondern auch die Persönlichkeit mit ihren Wesenszügen und den Lebensumständen eingebunden. Diese Beurteilung erfolgt durch einen Heilpraktiker oder auch einen homöopathisch praktizierenden Arzt. Das Prinzip der Homöopathie wurde begründet durch Dr. Samuel Hahnemann. Aus seinem Mund stammt die These „Simila similibus curentur“, was übersetzt soviel bedeutet wie „Ähnliches möge durch Ähnlichess geheilt werden“. Seiner Theorie nach können Substanzen, die gewisse Symptome bei einem gesunden Menschen hervorbringen bei erkrankten Patienten ein ähnliches Symptom heilen.

Die Potenzen in der Homöopathie

Die Potenzierung ist ein zentraler Bereich der Homöopathie. Verstanden wird hierunter die Aufbereitung eines Arzneimittels durch Verdünnung und Verschütteln. Dieses Verfahren bringt ein anderes Ergebnis hervor, als es bei einer reinen Verdünnung der Fall wäre. Der Unterschied liegt vor allem in der schrittweisen Vorgehensweise. Pro Arbeitsschritt oder Stufe kann eine jeweilige Potenz erreicht werden. Zu den gängigsten Potenzen zählen C und D. D ist die dabei die Abkürzung für Dezimal und C für Centesimal. Bei der D-Potenz liegt ein Verdünnungsverhältnis von 1:10 vor. Die C-Potenz weist hingegen ein Mischungsverhältnis von 1:100 auf. Homöopathische Arzneimittel, die der Selbstmedikation dienen, sollten grundsätzlich in einer niedrigen Potenz eingenommen werden. Hier werden vor allem die Potenzen D6 und D12 empfohlen. Rückfragen zu geeigneten Potenzen können sowohl beim behandelnden Arzt, Heilpraktiker oder auch dem Apotheker gestellt werden.

Das Komplexmittel vs. Einzelmittel

Diese beiden Formen sind Bestandteil der Homöopathie. Bei einem Einzelmittel handelt es sich um ein Arzneimittel, welches mit nur einem einzigen Wirkstoff ausgestattet ist. Ein Komplexmittel hingegen beinhaltet gleiche mehrere Wirkstoffe, mindestens aber zwei. Beiden Darreichungsformen eignen sich zur Selbstmedikation.

Anwendung

Damit Globuli ihre Wirkung bestmöglich entfalten können, sollte die Einnahme entweder 30 Minuten vor oder nach dem Essen erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass die Wirkstoffe bereits im Mundraum über die Mundschleimhaut in den Organismus gelangen. Daher wird empfohlen, die Globuli nicht wie eine Tablette herunterzuschlucken, sondern sie im Mund langsam zergehen zu lassen. Dabei sollte man darauf achten, nicht unmittelbar in Kontakt mit ätherischen Ölen zu kommen. Dies gilt vor allem für Kamille, Pfefferminze oder Kampher. Mit dem Zähneputzen sollte man daher mindestens eine halbe Stunde warten. Auch koeffinhaltige Getränke wirken kontraproduktiv und sollten nicht unmittelbar getrunken werden. Hierzu gehören neben Kaffee und Tee auch Limonaden.

Gobuli sind keine Wundermittel

Grundsätzlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Wirkweisen von Globuli begrenzt sind und immer eine Abwägung hinsichtlich des Krankheits- und Beschwerdebildes erfolgen sollte. Besonders Alltagsleiden lassen sich gut mit Globuli in den Griff bekommen. Darüber hinaus können die Kügelchen auch problemlos als ergänzendes Heilmittel verwendet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Insgesamt ist die Anzahl der Nebenwirkungen unter der Einnahme von Globuli eher begrenzt. Die Kügelchen gelten als sehr gut verträglich. Trotzdem sollten Schwangere und stillende Mütter vor der Einnahme des Arzneimittels Kontakt mit ihrem Arzt aufnehmen und abklären, ob die Einnahme bedenkenlos erfolgen kann. Gleiches gilt, wenn der Wunsch besteht, ein Neugeborenes oder Baby mit Globuli zu behandeln. Hier kann neben dem Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker auch die Hebamme weiterhelfen. Zusätzlich sollte man aber auch immer einen Blick in den Beipackzettel werfen.

Globuli und Diabetes mellitus

Die Frage nach der Verträglichkeit liegt auf der Hand, da die Globuli zu einem überwiegenden Teil aus Zucker bestehen. Wenn man die Werte allerdings in Broteinheiten überträgt wird deutlich, dass Globuli für Diabetiker unbedenklich sind. Dies wird anhand folgender Rechnung veranschaulicht:

1 Broteinheit (BE) entspricht 12 g Kohlenhydraten
1 Globulus hat 0,00069 BE und gleichzeitig 0,0082 g Kohlenhydrate bei 0,034 kcal. Um 1 Broteinheit zu erreichen, müsste eine Menge von 1.450 Globuli konsumiert werden.

Grundsätzlich sollte man aber immer die individuelle Reaktion des Körpers betrachten. Sollten sich ungewöhnliche Anzeichen und Symptome bemerkbar machen, so ist der Arzt aufzusuchen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Symptome sehr stark ausgeprägt sind oder schon eine gewisse Zeit anhalten. Auch wenn die gewünschte Wirkung nicht eintritt oder sich das Beschwerdebild sogar verschlimmert, ist der Arzt um Rat zu fragen.

Kleiner Exkurs

Bei dem Begriff „Homöopathie“ handelt es sich um ein geschütztes Wort. Allein in Deutschland praktizieren über 7.000 Ärzte unter dem Zusatz der Homöopathie. Diesen Zusatz darf man aber nicht einfach hinzufügen. Im Vorfeld bedarf es einer speziellen Ausbildung sowie einer Prüfung druch die Landesärztekammer. Diese prüft die praktischen und theoretischen Fähigkeiten des Arztes. Ohne diese Ausbildung darf keine homöopathische Behandlung durchgeführt werden. Zudem ist es erforderlich, dass sowohl ein abgeschlossenes Medizinstudium vorgewiesen werden kann und weiter noch eine Facharztausbildung bestanden wurde.