Auch ohne Hilfsmittel lässt sich kolloidales Silber in seiner Qualität recht gut beurteilen. Allerdings kursieren im Internet diesbezüglich einige amateurhafte Aussagen, die sich widersprechen. Die Quellen solcher Aussagen sind oft fragwürdig, werden aber immer wieder neu zitiert. Im Folgenden möchten wir etwas näher darauf eingehen.

Kolloidales Silber: Welche Falschaussagen gibt es?

Sie werden in Bezug auf kolloidales Silber immer wieder auf einige der folgenden Falschaussagen treffen:

Kolloidales Silber muss immer gelb oder immer farblos sein.
An der Farbe von kolloidalem Silber ist dessen Konzentration zu erkennen.
Ein TDS-Meter dient der Konzentrationsmessung.
Die Partikel in gelbem kolloidalem Silber sind zu groß.
Es ist möglich, Leitungs- und Mineralwasser zu verwenden.
Im Wasser gast Chlor aus.
Das kolloidale Silber muss mit einer Elektrodenumschaltung hergestellt werden.
Es darf weder Elektrodenschlamm noch Ionen aufweisen.

Die Wahrheit lautet: Der Anwender kann die Konzentration einer fertigen Dispersion nicht herausfinden!

Trübungen in einer kolloidalen Silberlösung

Die Klarheit hat bei kolloidalem Silber eine gegenüber der Farbe eine völlig andere Priorität. Unabhängig von seiner Farbe muss das Silberwasser immer klar und durchsichtig sein. Während der Herstellung können zwar Trübungen auftreten, doch die fertige Dispersion muss klar sein, ansonsten enthält sie eine Verunreinigung. Diese kann zur Bildung von Silbersalzen führen. Es gibt viele Ursachen für eine Verunreinigung. Zu dieser führen manchmal nicht sichtbare Spülmittelrückstände, ebenso Rückstände durch das Ausspülen mit Leitungswasser, durch unreines destilliertes Wasser mit zu hoher Leitfähigkeit, durch verschmutzte Elektroden oder durch die Verwendung von Mineral- oder Leitungswasser.

Wie entsteht bei der Elektrolyse Elektrodenschlamm?

Bei der Herstellung des kolloidalen Silbers spaltet Strom geringe Wassermengen in Sauerstoff und Wasserstoff auf. Beim Entweichen eines großen Teils der Gase reagieren Sauerstoffanteile an der Oberfläche der Elektrode zu Silberoxid, das an der Anode als grau-schwarzer Belag sichtbar wird. An der Kathode lagert sich hingegen elementares Silber ab, was oft sehr auffällig ist. Es vermischt sich mit Wasserstoffbläschen und lässt dabei wolkenartige Gebilde entstehen. Diese Vorgänge lassen sich durch das Abwischen beider Elektroden unterbinden. Elektrodenschlamm bildet sich erstaunlicherweise besonders stark in sehr reinem Wasser, sodass dieser Vorgang als normal zu betrachten ist.

Die Farbe des kolloidalen Silbers

Grundsätzlich ist die Qualität einer Silber-Dispersion nicht anhand ihrer Farbe zu beurteilen. Das kolloidale Silber kann gelblich, farblos und sogar bräunlich aussehen, alle die Farbstufen sind völlig normal. Sie verweisen in der Regel auf die Konzentration, denn höhere Konzentrationen führen zu stärkeren Färbungen. Sie entstehen durch eine unterschiedliche Lichtstreuung, welche wiederum durch unterschiedlich große Partikel, aber nicht durch Verunreinigungen verursacht wird. Betroffen ist nicht die gesamte Partikelmenge, es handelt sich nur um wenige Partikel der Dispersion. Schon geringfügige Unterschiede der Elektrodenhärtung führen zu diesen Größenunterschieden, auch wechselnde Stromstärken erzeugen bei einer Elektrolyse verschiedene Partikelgrößen.

Sehr reines Wasser wiederum löst aus der Umgebungsluft Kohlendioxid, was den pH-Wert verändert. Auch dadurch kann sich die Partikelgröße ändern, die zu einer neuen Lichtstreuung führt. Eine weitere Ursache ist die Leitfähigkeit des verwendeten destillierten Wassers, die nicht immer gleich ausfällt. Möglicherweise spielen sogar elektromagnetische Felder, Radar, Luftdruck oder Lichteinfall eine Rolle.

Bestimmte Abschirmungen gegen eine elektromagnetische Einstrahlung beeinflussen nachgewiesenermaßen die Verfärbung des kolloidalen Silbers, die sogar Stunden oder Tage nach der Herstellung der Dispersion noch auftreten kann. Wir verwenden für die Herstellung destilliertes Wasser, dessen Leitfähigkeit unter 0,5 µS/cm liegt. Das eingesetzte gewalzte Feinsilber weist eine Mindestreinheit von 99,99 % auf. Unsere Ausgangssubstanzen zeichnen sich durch höchste Reinheit aus, die in der Regel zu einer farblosen Dispersion führt. Sollten gelbliche oder bräunliche Farben durch höhere Konzentrationen auftreten, wäre das normal.

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