Wirkstoffe der Zistrose

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Das breite Wirkspektrum der Zistrose ist nicht unbegründet, denn diese Malvenartige enthält eine ganze Reihe organischer Großmoleküle:

  • Tannine (Gerbstoffen)
  • Ätherische Öle wie Cineol, Limonen oder Eugenol
  • Polyphenole einschließlich zwölf wichtiger Flavonoide

Und gerade deren für den Menschen optimale Kombination macht es aus.

Viele Nahrungsergänzungsmittel sowie heilsame Lebensmittel enthalten ebenfalls Flavonoide, die Bekanntesten sind vielleicht Quercitrin, Naringenin, Kaempferol und Apigenin beziehungsweise auch deren Derivate. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige dieser Stoffe und ihre Eigenschaften vorstellen:

  • Apigenin
    ist in mehreren Gemüsen, besonders in Sellerie, enthalten. Dieses Flavonoid verfügt über die wunderbare Eigenschaft, die Entstehung und Ausbreitung von Krebs zu unterbinden. Aber auch bei Diabetes wirkt dieser Stoff wie eine hilfreiche Medizin, indem er den Glucosestoffwechsel positiv beeinflusst und größere Fetteinlagerungen weitestgehend verhindert.
  • Quercitrin
    wird aus Quercetin hergestellt, das schon lange in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten ist. Andererseits ist Quercetin aber auch ganz natürlich in vielen Früchten und Gemüsen enthalten. Im Verein mit Resveratrol kann Quercetin die Nebenwirkungen von Chemotherapien deutlich abmildern.
  • Naringenin
    ist jener Wirkstoff, den wir von der Grapefruit kennen. Therapiert werden kann damit zum Beispiel das metabolische Syndrom, also die unglückliche Kombination von Übergewicht, Blutzuckerschwankungen, Bluthochdruck und einem zu hohen Cholesterinspiegel.
  • Ellagsäure
    ist sowohl Bestandteil der Zistrose als auch des Granatapfels, der für seine Abwehr von Krebszellen bekannt ist. Ursächlich verantwortlich dafür ist eben genau die Ellagsäure.

Sie sehen, dass es gar nicht nötig ist, alle Wirkstoffe der Zistrose im Einzelnen zu erörtern, um ihr großes Heilpotenzial sofort zu erkennen.

Wie wendet man die Zistrose an?

Neben den Möglichkeiten, die Pflanze in Sitzbädern, Hautkompressen, Mundspülungen und so weiter zu verarbeiten, bietet sich vor allem auch an, sie innerlich als Tee anzuwenden. Zistrosentee schmeckt etwas herb, ist aber dennoch sehr aromatisch. Da er kein Koffein enthält, muss man nicht mit einer aufputschenden Wirkung rechnen. Für seine Zubereitung übergießen Sie zwei Esslöffel der getrockneten Zistrosenblätter mit einem Liter kochendes Wasser und lassen den Tee circa fünf Minuten ziehen. Ein zweiter Aufguss ist zwar prinzipiell möglich, aber dieser hat dann kaum noch eine therapeutische Wirkung.

Der Geschmack lässt sich durch die Zugabe weiterer Kräuter durchaus noch verbessern. Denkbar sind hier Pfefferminze, Verbene, Zitronenmelisse und ein paar Steviablättchen. Der selbst hergestellte Zistrosensud eignet sich zum Beispiel für Mundspülungen oder Hautauflagen. Zu diesem Zweck übergießen Sie zehn Gramm Zistrosenblätter mit höchstens einem Liter Wasser und lassen diesen Sud dann nochmals bis zu zehn Minuten weiter köcheln. Diesen sehr starken Tee gießen Sie durch ein Sieb in Flaschen ab, die Sie im Kühlschrank aufbewahren können.

Zur innerlichen Anwendung gibt es Tabletten oder Kapseln im Handel, was die Sache deutlich vereinfacht. Das Eine schließt aber das Andere nicht aus, soll heißen, wer Zistrosen-Tabletten einnimmt, muss den Zistrosentee nicht verschmähen.

Kommen wir abschließend noch zum ätherischen Zistrosenöl. Dieses wird im Verhältnis eins zu zehn einem Basisöl wie Mandel- oder Jojobaöl untergemischt. Es ist auch möglich, selbst gemachte Salben und Cremes mit dem ätherischen Zistrosenöl aufzuwerten.

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