Was Zucker mit der Darmflora macht

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close up of woman placing hand on her belly
Zucker ist mittlerweile allgegenwärtig. Mit dem Wort Zucker meinen die meisten jedoch nicht den natürlichen Zucker, also beispielsweise den aus Früchten. Stattdessen geht es um Haushaltszucker, ein Zucker, der in einem chemischen Prozess aus seiner natürlichen Form herausgerissen wird. Mittlerweile gibt es kaum noch Fertigprodukte, denen nicht auch Zucker hinzugefügt wurde.

Noch immer hält sich der Mythos, dass der Körper eine gewisse Menge Zucker braucht und das mag auch stimmen – allerdings geht es dabei um den Zucker aus Früchten. Haushaltszucker stellt für den Körper dagegen keinen Mehrwert, sondern eine Belastung dar. Zucker ist ein Genussmittel, kein Nahrungsmittel! Er enthält große Mengen Energie und wirkt sich auf diese Weise negativ auf das Gewicht der Konsumenten aus. Und noch eine Nebenwirkung sollten Sie auf jeden Fall beachten: Zucker bringt den Darm durcheinander.

Die Wirkung des Zuckers

Zucker sorgt im Moment des Konsums dafür, dass das der Mensch sich gut fühlt. Doch schon bald flaut dieses Gefühl wieder ab und die Laune kippt. Es folgen Müdigkeit, Aggression und ein geschwächtes Immunsystem. Perfide ist zudem, dass der Zucker ein Suchtgefühl erzeugt. So greifen Sie erneut zu einem zuckerhaltigen Produkt und genießen den tückischen Moment des Glücks.

Ein großer Teil der Nebenwirkungen geht auf die Wirkung des Zuckers auf den Darm zurück. Der Genuss von Zucker zerstört das natürliche Gleichgewicht der Darmflora, indem die wichtigen und nützlichen Bakterienkulturen geschwächt oder gar abgetötet werden.

Die gesunde Darmflora eines Menschen wird von vier verschiedenen Bakterienstämmen dominiert. Diese sind auch als „Phyla“ bekannt. In der Biologie findet man sie unter den Namen Bacteroidetes, Firmicutes, Actinobacteria und Proteobacteria. Diese vier bakteriellen Stämme müssen sich in einem natürlichen Gleichgewicht befinden, damit die Darmtätigkeit selbst nicht aus ihrem Gleichgewicht gerissen wird.

Ein gesunder Darm

Welche Darmbakterien helfen aber nun den besonders schlanken Menschen dabei, ihr Gewicht zu halten? Übergewichtige zeigen eine deutliche Übermacht von Firmicutes-Stämmen, während der Einfluss von Bacteroidetes deutlich schwächer ausfällt . Bei Normalgewichtigen ist es umgekehrt. Bei Rauchern konnten ebenfalls Veränderungen der bakteriellen Stämme festgestellt werden. Sie weisen eine deutlich höhere Anzahl Firmicutes und Actinobacteria auf, als Verteilung eines normalgewichtigen Menschen. Das ist der Grund dafür, dass Ex-Raucher nach dem Aufhören in der Regel leichter Gewicht zunehmen.

Wichtig für eine gesunde Darmtätigkeit ist außerdem das Protein FIAF. Es wird in Leber und Darm produziert und reduziert die Wirkung des Enzyms LPL. Dieses ist unter anderem für die Einlagerung von Fetten verantwortlich. Je mehr FIAF vorhanden ist, desto mehr kann diese Bildung von Fettpölsterchen also unterdrückt werden. Eine Ernährung, die hauptsächlich aus Fetten und Zucker besteht, hemmt die Bildung von FIAF. Die Folge ist eine Gewichtszunahme.

Weg mit dem Zucker!

Für eine bessere Fettverbrennung gilt nun, dass wir mehr FIAF und mehr Bacteroidetes benötigen. Dies lässt sich leicht herbeiführen, indem der Zucker vom Essensplan gestrichen wird. Denn wenn der Zucker wegfällt, reagiert der Darm mit einer verstärkten Produktion von FIAF, der Bacteroidetes-Stamm entwickelt sich ebenfalls rasant.

Dieser Effekt wird allerdings sofort gestoppt, wenn der Darm auch nur geringe Mengen Zucker geliefert bekommt, also Vorsicht! Auch ein kleines Stück Schokolade kann den positiven Effekt zunichtemachen. Auch der Genuss von fettigen Dingen sorgt für einen Gute-Laune-Kick, allerdings mit dem positiven Nebeneffekt, dass der Fettabbau angestupst wird. Der morgendliche Kaffee wirkt sich ebenfalls positiv auf die Darmflora aus. Er fördert die Produktion der Bacteroidetes und unterstützt auf diese Weise die effiziente Verdauungstätigkeit.

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