Chilli News: Mit Capsaicin schlank und gesund

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Scharf – schärfer – Capsaicin!
Kann es für sie gar nicht scharf genug sein? Genießen Sie das Brennen auf der Zunge, das Gefühl der Hitze, die Sie von innen zu verbrennen droht und der nachfolgende Schweißausbruch? Dann wird Ihnen auch folgende Nachricht gefallen: Das Capsaicin, das für die Schärfe des Cayennepfeffers verantwortlich ist, hat viele gesunde Eigenschaften.Capsaicin ist ein natürliches Alkaloid, das in verschiedenen Paprikaarten wie dem Cayennepfeffer vorkommt. Doch das Capsaicin ist nicht nur scharf, sondern hat auch gesundheitliche Vorzüge. Die Wissenschaftler forschen seit einigen Jahren zu diesem Thema, wobei gleich mehrere der Capsaicin-Eigenschaften unter die Lupe genommen werden: die Wirkung von Capsaicin als Mittel gegen Krebs, als Blutverdünner, Magenschutz, Blutzucker-Regulator und als Antioxidans. Daneben gilt Capsaicin als Fettburner und soll helfen, das Wunschgewicht zu halten.Paprikaschoten gibt es in vielen verschiedenen Sorten. Die Bandbreite reicht dabei vom süßen Gemüsepaprika über den mittelscharfen Cayennepfeffer bis hin zur extrem scharfen Bhut Jolokia. Das Capsaicin ist einer der vielen sekundären Pflanzenstoffe in Paprika. Zusätzlich enthalten Paprikafrüchte durchschnittlich 128 mg Vitamin C pro 100 g Frucht. Erwähnenswert sind auch der hohe Gehalt an Kalium, Magnesium, Kalzium, Carotinoide und Anthocyane. Durch die Farbstoffe sind die Paprikaschoten nicht nur bunt, sondern auch gesund für das Herz. Diesen sekundären Pflanzenstoffen wird außerdem eine hohe Wirksamkeit gegen Prostatakrebs und Brustkrebs nachgesagt.

Die kleinen scharfen Paprika, die schon manchem die Tränen in die Augen getrieben haben, werden als Chilis bezeichnet. Eine ganz besondere Bedeutung kommt dabei der Varietät Capsicum annuum var. acuminatum zu, die auch als Cayennepfeffer bezeichnet wird. Der Name des Cayennepfeffers stammt aus der Sprache der Tupi, in der er in etwa „scharfer Pfeffer“ bedeutet. Der Cayennepfeffer ist allerdings so scharf, dass man die Schoten eher als Gewürz denn als Gemüse verwenden kann. Deswegen werden die Schoten getrocknet und pulverisiert.

Das Capsaicin als scharfes Antioxidans
Reines Capsaicin ist farblos, geruchslos und geschmacksneutral. Da es als Antioxidans wirkt, hat es eine große physiologische Bedeutung als Radikalfänger. Je schärfer ein Paprika ist, umso höher ist der Capsaicin Anteil.

Der Schärfegrad des Paprika
Der Schärfegrad von Paprika wird anhand der Scoville-Skala bemessen. Benannt worden ist Scoville-Skala nach ihrem Entwickler, dem Pharmakologen Wilbur L. Scoville. Bei ihr wird der Grad der Schärfe in SCU (Scoville Units) oder auch in SHU (Scoville Heat Units) angegeben. Ein Paprika ohne feststellbare Schärfe hat den Scoville-Grad 0 und reines Capsaicin hat (je nach Quelle) bis zu 16.000.000 Scoville.

Der Mensch kann Schärfe ab etwa 16 Scoville erkennen. Peperoni liegen bei 100-500, Jalapeño-Chili bei 2500-8000 und reiner Cayennepfeffer hat ungefähr 30.000-50.000 Scoville.

Schärfe und Endorphin
Capsaicin reizt die Nervenenden, die normalerweise Wärme erkennen. Je mehr Capsaicin an die Nervenenden gelangt, umso mehr werden diese gereizt und umso mehr kommt es zu einer brennenden Sensation. Durch wiederholtes Reizen der Schmerzrezeptoren reagieren diese immer unempfindlicher. Nach Peter Holzer, Professor für Neuropharmakologie an der medizinischen Universität Graz, bewirkt dieser Schmerzreiz wie jeder andere Schmerzreiz auch im Gehirn die Ausschüttung von Endorphinen. Durch die Ausschüttung der Endorphine kommt es zu einem Glücksgefühl, und der sogenannte Pepper-High-Effekt tritt ein.

Kann Capsaicin Viagra ersetzen?
Schon die Azteken setzten Cayenne als Mittel zur Stärkung der Potenz ein. Dies lässt sich daraus erklären, dass durch das Capsaicin nicht nur ein heißes Körpergefühl entsteht, sondern auch die Durchblutung angeregt wird. Deswegen verwundert es nicht, dass man heute noch in Mexiko viele Speisen mit Cayennepfeffer würzt – nicht nur Fleisch und Bohnen, sondern auch Früchte und Schokolade.

Die Forscher vom Department of Urology der University of Ferrara machten die Auswirkungen von Capsaicin auf menschliche Genitalien sogar zu einer Studie („Intraurethrally infused capsaicin induces penile erection in humans“). Bei dieser Studie wurden aus 20 impotenten Testpersonen 4 Gruppen zu je 5 Männern gebildet. Ihnen wurde je nach Gruppe entweder eine Capsaicin-Lösung oder eine Salzlösung durch einen Katheter in die Harnröhre geleitet. In der Gruppe mit der Salzlösung blieben die Teilnehmer ruhig und entspannt. Aber in der Capsaicin-Gruppe gab es umgehend Erektionen.

Wenn sich ein impotenter Mann allerdings kein Capsaicin in die Harnröhre leiten lässt, sondern Cayenne-Kapseln schluckt, setzt die Wirkung nicht so dramatisch ein, da viel weniger Capsaicin an den gewünschten Ort gelangt. Möglicherweise genügt bei einer unvollständigen Impotenz die geringere Capsaicin-Dosis, um wieder wach und aktiv zu werden.

Kann man mit Capsaicin abnehmen?
Da Chilischoten oder Cayennepfeffer zu einem temporären Anstieg der Körpertemperatur führen, wird der Stoffwechsel angeregt und der Energieverbrauch steigt. Daher wird vermutet, dass Capsaicin hilft, überschüssiges Fett zu verbrennen.

Bei Versuchen an Labormäusen wurde gezeigt, dass das Capsaicin, sobald es sich im Dünndarm befindet, die Verbrennung des braunen Fettgewebes beschleunigt. Mit dieser Verstoffwechselung wird ein erhöhter Energiebedarf angezeigt. Zudem ist sie ein Zeichen für den Abbau von Körperfett.

In einer weiteren Studie („Effect of capsaicin on substrate oxidation and weight maintenance after modest body-weight loss in human subjects“) wurde das Ergebnis von Forschern der Maastricht University bestätigt. Die Studie wurde nicht mit Labormäusen, sondern mit leicht adipösen Menschen durchgeführt. Dabei erhielten die Testkandidaten 135 mg Capsaicin pro Tag und so konnte bestätigt werden, dass Capsaicin während oder nach einer Diät helfen kann, die gesteigerte Fettverbrennung aufrechtzuerhalten.

Capsaicin kann aber nicht nur den Energieverbrauch und damit die Fettverbrennung steigern, sondern wirkt als Appetitzügler. Die Maastrichter Wissenschaftler führten eine weitere Studie durch („Sensory and gastrointestinal satiety effects of capsaicin on food intake“). Dabei stellten sie fest, dass der Appetit kleiner wird und damit einhergehend automatisch gegessen wird. Demnach ist der Abnehmen-Effekt, der beim regelmäßigen Verzehr von Chili auftritt, bestätigt. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, Cayenne regelmäßig zu sich zu nehmen, denn das Dreieck Fettverbrennung – Appetitzügler – erhöhter Energieverbrauch ist beim Abnehmen eine gute Hilfe.

Capsaicin und Blutzucker
Es liegt auf der Hand, dass die oben erwähnten Wirkungen von Capsaicin auf den Stoffwechsel auch Einflüsse auf den Blutzucker haben. Diesbezüglich gibt es eine Studie aus Südkorea mit Mäusen („Dietary capsaicin reduces obesity-induced insulin resistance and hepatic steatosis in obese mice fed a high-fat diet“). In dieser Studie litten die stark übergewichtigen Mäuse an sämtlichen Symptomen des metabolischen Syndroms. Sie hatten neben einer Insulinresistenz (Vorstufe des Diabetes Typ 2) und einer Fettleber Kreislauf-Probleme und erhöhte Werte der Entzündungsbotenstoffe.

Diesen Mäusen wurde Capsaicin verabreicht. In Folge sanken der Nüchternblutzuckerspiegel und der Insulinspiegel. Daneben verbesserte sich die Glukosetoleranz der Zellen und die Entzündungsbotenstoffe wurden weniger. Neben einer Erholung der Leberwerte wurde ein Anstieg der Fettverbrennung verzeichnet. Ob sich die Cholesterinwerte verbessert haben, wurde in dieser Studie leider nicht untersucht.

Capsaicin als Leberschutz
Auf dem International Liver Congress™ 2015 in Wien wurde von Wissenschaftlern berichtet, dass beim Vorhandensein von Capsaicin die Leber vor giftigen Stoffen geschützt werden kann. In einem Versuch wurde zudem die Ausbreitung von Leberfibrosen gestoppt. Da in der Leber das Cholesterin auf- bzw. abgebaut wird, kann sich mit einer gesünderen Leber auch ein erhöhter Cholesterinspiegel wieder einpendeln.

Capsaicin und Cholesterin
Auch der Einfluss von Capsaicin auf den Cholesterinspiegel ist ausführlich untersucht worden. Die University of Tasmania führte 2006 eine Studie durch und veröffentlichte die Ergebnisse im British Journal of Nutrition. In dieser randomisierten Cross-Over-Studie („Effects of daily ingestion of chilli on serum lipoprotein oxidation in adult men and women“) ging es vor allem darum, wie sich regelmäßiger Verzehr von Chili auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Die 27 Teilnehmer der Studie (13 Männer und 14 Frauen) bekamen täglich 30 g einer frisch zubereiteten Mischung aus verschiedenen Chilisorten. Der Anteil von Cayenne Chili betrug dabei 55 %. In der Kontrollgruppe mussten scharfes Essen und starke Gewürze strikt vermieden werden.

In der Chili-Gruppe fing das Cholesterin langsamer an zu oxidieren als in der Kontrollgruppe ohne Chili. Weiters lag nach 4 Wochen der Wert des oxidierten Cholesterins in der Gruppe mit Chili unter dem Wert der chililosen Gruppe. Besonders Frauen schienen von der Diät zu profitieren.

Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass eine regelmäßige Einnahme von Capsaicin den Cholesterinspiegel senken kann.

Capsaicin als Mittel zur Blutverdünnung
Bei manchen Krankheiten müssen Mittel zur Verdünnung des Blutes eingenommen werden. Diese Medikamente sollen eine Thrombose verhindern. Allerdings heben einige der Medikamente die Wirkung von Vitamin K auf. Da Vitamin K für den Einbau von Kalzium zuständig ist, kann es als Nebenwirkung zu einer Osteoporose kommen. Als Blutverdünner wird oft auch Aspirin verwendet, dieses kann jedoch die Magenschleimhaut schädigen.

1985 wurde von Forschern aus China und Taiwan die blutverdünnende Wirkung von Capsaicin erforscht („Antithemostatic and antthrombotic effects of capsaicin in comparison with aspirin and indomethacin“). In dieser Studie an Mäusen wurde festgestellt, dass Capsaicin eine Thrombose verhindern kann, aber dabei die Blutgerinnung nicht stört. Diese blutverdünnende Wirkung des Capsaicins wurde 2009 von Adam Murray von der University of Tasmania in seiner Studie „Chili protects against aspirin-induced gastroduodenal mucosal injury in humans“ bestätigt.

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