Hyaluronsäure Schönheit zum Schlucken

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Die Zeiten, in denen Facelift-Narben zum guten Ton gehört haben und Frauen ihre Mimik verloren und Puppengesichter hatten, sind vorbei. Doch wer glaubt, dass die dezente Reduzierung von Fältchen ebenfalls nicht mehr „in“ ist, der irrt. Im Gegenteil – das sanfte Auffüllen von Falten, mittels Hyaluronsäure, erfreut sich einer enormen Beliebtheit.

Nur wenige Menschen wollen komplett „gebügelt“ und frei von Falten sein. Schlussendlich sind Falten auch ein Zeichen der Lebenserfahrung. Dennoch stört es wohl nicht, wenn ein paar Falten „versteckt“ werden. Und genau dieses „Verstecken“ ist kein Problem, wenn auf natürliche Faltenfüller, die vom Körper selbst produziert werden, zurückgegriffen wird. Die Rede ist von der Hyaluronsäure. Die Hyaluronsäure besitzt die Fähigkeit den Wassergehalt, der im Bindegewebe vorliegt, zu regulieren. So kann bereits ein Gramm der Hyaluronsäure sechs Liter Wasser binden! Genau das ist auch der Grund, warum unsere Haut nicht nur elastisch, sondern auch glatt bleibt.

Doch was ist die Hyaluronsäure genau? Unter dem Begriff wird ein körpereigener Wirkstoff bezeichnet, welcher die Haut glättet und dafür sorgt, dass jene auch elastisch bleibt.

Der Glattmacher – die Hyaluronsäure

Jedoch besteht das Problem, dass der Körper mit der Zeit nicht mehr genügend Hyaluronsäure produzieren kann. Ab dem 40. Lebensjahr wird die Produktion um rund 50 Prozent reduziert; ab dem 60. Lebensjahr produziert der Körper gerade einmal 10 Prozent an Hyaluronsäure. Die Haut trocknet aus, wird spröde und Falten entstehen. Des Weiteren wird die Haut auch immer empfindlicher. Die Gesundheitsindustrie hat natürlich erkannt, dass Hyaluronsäure ein „Heilmittel“ für die faltengeprägte Haut ist. So werden Cremes mit Hyaluronsäure produziert bzw. auch die Möglichkeiten gegeben, dass Hyaluronsäure direkt in die Falten gespritzt werden kann. Mitunter kann aber die Hyaluronsäure auch in Kapsel- wie Tablettenform geschluckt werden.

Hyaluronsäure gibt es als Creme, in der Spritze oder auch als Kapsel

Künstliches Hyaluron genießt den Vorteil, dass es vom menschlichen Stoffwechsel als körpereigener Stoff erkannt wird. Selbst dann, wenn die Hyaluronsäure aus anderen Stoffen produziert wurde. So wurde der körpereigene Wirkstoff jahrelang aus Hahnenkämmen gewonnen. Auf Grund der tierischen Fremdeiweiße bestand jedoch die Gefahr, dass die Behandlung mittels Hyaluronsäure allergische Reaktionen auslösen könnte. Heute verzichtet man vorwiegend auf Hahnenkämme und produziert die „vegetarische Hyaluronsäure“. Jene synthetische Variante kann aus Enzymen oder mit Hilfe von Bakterien hergestellt werden. Kontrollierte Naturkosmetik darf übrigens Hyaluron nur aus der enzymatisch-biotechnologischen Produktion herstellen.

Zu beachten ist, dass die Hyaluronsäure-Cremes, Hyaluronsäure-Spritzen oder auch die Hyaluronsäure-Tabletten nicht nur wunderbar die Falten reduzieren, sondern auch eine unterschiedliche Wirkung aufweisen.

Die Spritze

Mittels Hyaluronsäure-Spritze ist es möglich, dass nicht nur wenige Fältchen, sondern mitunter ganze Falten-Regionen (etwa im Mundbereich) behandelt werden können. Es entsteht eine Art Aufpolsterung der Falten. Denn die Hyaluronsäure-Filler bieten die Möglichkeit, dass sie die Falten mit Volumen versorgen; in weiterer Folge wird das zusätzliche Wasser, das sich in der Haut befindet, gebunden, sodass ein noch stärkerer Effekt eintritt. Die Ergebnisse jener Behandlungen sind sofort sichtbar – vorwiegend aber „nur“ für die Patienten. Außenstehende werden eine dezente Veränderung feststellen, jedoch nicht sofort der Meinung sein, dass hier „ordentlich an der Faltenbekämpfung“ gearbeitet wurde. Auch Susanne Gans, Kosmetikerin, Chemikerin und Expertin von Speick, einer Naturkosmetik-Marke, ist von Hyaluron überzeugt. „Die lokale Unterspritzung mittels der Hyaluronsäure garantiert den effektivsten Vorgang gegen Falten“.
Es gibt aber auch Schattenseiten. Die Behandlung kostet 300 Euro, wobei nach oben keine Grenzen gesetzt werden. Des Weiteren muss der Patient, wenn er wieder seine Falten „aufpolstern“ möchte, die Behandlung wiederholen. Das Zeitfenster beträgt sechs bzw. zwölf Monate. Der Patient muss sich auch bewusst sein, dass derartige Sitzungen mitunter auch unangenehm sein können; der behandelte Bereich ist nach der Behandlung sanft gerötet, geschwollen und kann – selten aber doch – Blutergüsse aufweisen.

Die Creme

Susanne Gans weiß auch, dass Cremes, welche Hyaluronsäure enthalten, wirksam sind, jedoch eine verkürzte Wirkung haben als jene Behandlungen, in denen Hyaluron direkt unter die Falten gespritzt wird. Heutzutage wird die Hyaluronsäure in Tages- oder Nachtcremes integriert, sodass kein Extraaufwand besteht, außer, dass die Creme regelmäßig aufgetragen werden muss. Die Preise für derartige Cremes sind gering. Wer zudem regelmäßig Cremes verwendet, die Hyaluronsäure enthalten, versorgt seine Haut – gleichmäßig – mit dem körpereigenen Wirkstoff. Ein weiterer Vorteil: Schmerzen – in Form von Einstichen – gibt es ebenfalls nicht. Jedoch muss erwähnt werden, dass der Wirkstoff der Cremes gerade einmal bis zur dritten Hautschicht durchdringen kann. Da die Haut jedoch aus sieben Schichten besteht, entsteht lediglich eine Oberflächenwirkung.

Die Tabletten

Hyaluronsäure gibt es auch in Kapsel- oder Tablettenform bzw. stehen auch Ampullen zur Verfügung. Dabei kann die Hyaluronsäure direkt über den Stoffwechsel in den Körper gelangen und die Hautschichten – von innen – stimulieren und auch die körpereigene Produktion der Hyaluronsäure antreiben. Bis vor geraumer Zeit galt die Einnahme der Hyaluronsäure-Tabletten als unwirksam. Vor allem, weil der Körper das Molekül gar nicht aufnehmen konnte und somit eine Unterstützung der Haut und Gelenke nicht möglich war. Jedoch hat man Herstellungsverfahren entwickelt, sodass auch dieses Problem behoben werden konnte. Bei den Tabletten oder Kapseln gilt dieselbe Regel, die auch bei Cremes angewandt werden kann: Hohe Hyaluronsäure-Konzentrationen wirken deutlich intensiver als kleinere Mengen. Aus diesem Grund sollte darauf geachtet werden, dass Produkte – die eine Konzentration von mindestens 100 mg haben – täglich eingenommen werden. Beispiel: 45-Tage-Kur des Hyaluronfillers von Proceanis Healthcare. Kostenpunkt: 85 Euro.

„Orale Präparate haben eine durchschnittlich längere Anlaufzeit als Unterspritzungen. Vor allem, weil sie hier nicht gezielt wirken können“, so Gans. Jedoch wirken Tabletten tiefer als Cremes, sind zudem auch deutlich günstiger als etwaige Injektionsbehandlungen und sorgen ebenfalls für eine schmerzfreie Behandlung. Auch die unschönen Schwellungen sowie Rötungen treten nicht auf. Und die Tabletten genießen den Vorteil, dass nicht nur die Haut unterstützt wird, sondern auch die Gelenke, Bänder und Sehnen.

Hyaluronsäure als Schmierstoff

Denn die Hyaluronsäure sorgt nicht nur für ein Aufpolstern der Fältchen am Hals, im Gesicht oder im Dekolleté. Sehr wohl ist die Hyaluronsäure auch der Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit – dem körpereigenen Schmiermittel. Hyaluronsäure hält auch die Bänder und Sehnen gesund und verleiht ihnen die notwendige Stärke. Produziert also der Körper weniger Hyaluronsäure, leidet nicht nur die Haut, sondern auch die Gelenkflüssigkeit und in weiterer Folge die Gelenke, Bänder und Sehnen. Aus diesem Grund hilft die Einnahme der Hyaluronsäure auch Personen, die bereits über Gelenksschmerzen klagen. Wer sich also für die Hyaluronsäure-Kur in Tablettenform entscheidet, hilft nicht nur seiner Haut, sondern unterstützt auch die Gelenke.

 

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