Es ist eine einfache Idee, die jedoch enorme Auswirkungen auf unser Leben haben kann. Mediziner möchten nämlich den menschlichen Knorpel dadurch stärken, indem zusätzliche Gelenkflüssigkeit verabreicht wird. Durch diesen Vorgang soll der Knorpel zum Wiederaufbau angeregt werden. Diese „therapeutische Reha“ soll durch die Hyaluronsäure entstehen. Hyaluronsäure ist ein körpereigener Wirkstoff, der jedoch biotechnologisch hergestellt bzw. auch aus Hahnenkämmen gewonnen werden kann.

Hyaluronsäure ist ein zähflüssiger Bestandteil, der sich nicht nur in der Gelenkflüssigkeit, sondern auch direkt im Knorpel findet. Die Gelenkflüssigkeit muss verhindern, dass die Knorpel aneinander reiben. Abhängig von der Beanspruchung des Gelenks, verändert sich mit der Zeit die Viskosität. Da die Produktion des körpereigenen Wirkstoffs bereits ab dem 40. Lebensjahr um 50% zurückgeht bzw. Personen, die über 60 Jahre alt sind, gerade einmal 10 Prozent Hyaluronsäure produzieren, wird die Gelenkflüssigkeit weniger, die Knorpel reiben aneinander und der Mensch klagt über Gelenkschmerzen. Wird Hyaluronsäure etwa direkt in die Gelenkshöhle gespritzt, kann dadurch die Gleitfähigkeit verbessert werden. Ein weiterer Effekt: Hyaluronsäure hilft dem Knorpel dabei, dass sich jener wieder erholt, regeneriert und aufbaut. Somit sollten die Schmerzen der Vergangenheit angehören.

Auch wenn die Methode vielversprechend klingt, gibt es auch kritische Stimmen. So vertreten Mediziner unter anderem die Ansicht, dass Erfolge nur dann dokumentiert wurden, wenn sich der Patient im Anfangsstadium der Arthrose befand. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen würde die Behandlung keinen Erfolg mehr verzeichnen. Des Weiteren soll das Verfahren, sofern es überhaupt hilft, nur für eine kurze Zeit die notwendige Linderung mit sich bringen. Das bedeutet, dass eine permanente Nachspritzung erfolgen müsste. Derartige Behandlungen würden auch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Der Grund besteht darin, dass bislang nur mangelnde Wirkungsnachweise erfolgten. Wer sich dennoch für eine Behandlung entscheidet, muss – für etwa fünf Injektionen – zwischen 260 Euro und 300 Euro bezahlen. Wie lange das Zeitfenster ist, bevor weitere Behandlungen erfolgen, muss patientenabhängig entschieden werden. Man kann jedoch davon ausgehen, dass – jährlich – mehrere Behandlungen notwendig sind, damit einerseits die Schmerzen gelindert und andererseits die Gelenksflüssigkeit und der Knorpel aufgebaut werden können.

Nebenwirkungen sind möglich

Auch wenn die Behandlung mittels Hyaluronsäure ungefährlich ist, müssen die Mediziner dennoch ihre Patienten über mögliche Nebenwirkungen aufklären. So sind Hautreaktionen oder Infektionen möglich. Besteht bereits eine aktivierte Arthrose, wobei schon festgestellt wurde, dass eine Gelenksentzündung gegeben ist, sollte der Mediziner, bevor er sich für die Hyaluronsäure-Behandlung entscheidet, die Entzündung im Gelenk bekämpfen.

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